Waldläufer 09.05.2020

Samstag und super schönes Sommerwetter. Ach wie gerne würde ich jetzt an einen See zum Baden und schwimmen gehen. Leider ist das wegen Corona nicht möglich. Wie soll man dort bei schönem Wetter Abstand halten, das geht nicht. So ziehe ich mich in den Osterwald zurück. Am höchsten Punkt des Osterwaldes bin ich noch nie gewesen und ich möchte auch einfach nur im Wald unterwegs sein. Im Osterwald sind seit Corona wenig Wanderer unterwegs, denn die Gastwirtschaft – Sennhütte ist immer noch geschlossen.
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Ich packe meinen Rucksack mit allem was ich brauche und stecke mir mein GPS Gerät (Garmin eTrex Touch 35) Karte, Kompass und Geodreieck ein. Vom Parkplatz am Waldrand geht es los. Ich laufe durch Rückegassen, erst bergab bis zu einem schönem sauberen Bach. Der Bach ist tief im Wald, die Rückegasse fast zu gewachsen. Es ist sehr anstrengend durch das Gestrüpp zu kriechen. Ich finde Wildschweinspuren von ca. 10 cm und bekomme etwas Angst, das ist ein Riesenschwein. Danach komme ich an eine Stelle wo ein kleines Buchenwäldchen ist. Der Boden ist hier trocken mit viel Buchenlaub. Die Sonne scheint warm durch die Buchen und der saubere Bach plätschert so dahin. Es ist hier wunderschön so tief im Wald. Ich ziehe mich aus und nehme ein ausgiebiges Bad im Bach. So tief im Wald braucht man keine Badesachen und auch kein Handtuch. In der warmen Sonne werde ich schnell trocken. Anziehen und die schöne Waldstelle als Wegpunkt mit dem GPS Gerät markieren. Vom Bach aus geht es jetzt immer aufwärts bis zum höchsten Punkt im Osterwald. Weiter durch Rückegassen bis auf einen Wanderweg. Nach einiger Zeit komme ich am höchsten Punkt an. In der Wanderkarte steht Hoher Stuhl im GPS Gerät steht Holenberg. Wie auch immer, am höchsten Punkt steht ein hoher Jagdansitz, eben ein hoher Stuhl. Der Jagdansitz ist aus massiven Holzbalken gebaut, sehr hoch, mit Dach und Seitenwänden gegen Regen und Sturm. Eine richtige kleine Hütte mit Leiter, ohne Tür und offen. Ich steige auf den Jagdansitz, von hier oben kann man bis nach Hannover schauen, was für eine bombastische Aussicht. (Die Entfernung von Hannover bis zum Osterwald beträgt 35 Kilometer). Am Jagdansitz befindet sich eine schöne Waldwiese, ich breite meine Jacke aus, lege mich auf die Wiese in die Sonne und esse erst einmal was. Bis in den späten Nachmittag bleibe ich auf der Waldwiese und genieße es.
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Was gibt es zu essen und zu trinken.
Ich habe 2 Liter Wasser und eine Dose Nüsse im Rucksack. Dazu gibt es frisches Waldgemüse bestehend aus frischen Fichtenspitzen, Knoblauchsrauke und die Blütendolden vom Bärlauch. Waldgemüse und Nüsse machen richtig satt und sind lecker. In Corona Zeiten ist es äußerst wichtig sich gesund und vitaminreich zu ernähren. Fleisch meide ich momentan, da es in einigen deutschen Fleischfabriken vermehrte Corona Fälle gegeben hat.
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Gegen Abend wandere ich auf Wanderwegen zurück. Mir fällt auf, das es hier keine Wegweiser gibt. Wer hier unterwegs ist benötigt mindestens eine Wanderkarte.
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Einige möchten immer wissen was ich im Rucksack habe und auch heute möchte ich es euch verraten.
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1 Fahrtenmesser OCK,
1 Feuerzeug,
1 Spork,
2 Flaschen Wasser von je einem Liter,
1 Dose Erdnüsse, ungesalzen,
1 dicke Jacke,
1 Smartphone,
1 GPS Gerät,
1 Peilkompass (Segelkompass),
1 topographische Wanderkarte,
1 mal Unterwäsche zum wechseln (meine Alleintouren sind immer sehr anstrengend und schweißtreibend, bei Touren mit kleinen Gruppen brauche ich das nicht da nicht so anstrengend),
mein EDC Täschchen ist unten im Rucksack https://pilgerinkati.wordpress.com/2020/04/14/hast-du-ein-edc/ .
Im Wald möchte ich heute nicht übernachten.
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Wetteransage:
Windrichtung Nord, bewölkt, Polarwinde.
Bei uns in Norddeutschland heißt das, es wird kalt und ungemütlich. In Süddeutschland bleibt es schön, bis dahin sind die Polarwinde abgeflaut. Auf die Alpen hat dies nur eine giringe Auswirkung. Es könnte in den Alpen regnen, das ist alles.
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10.05.2020
Ich mache beim Vogelzählen beim NABU mit. Das Ergebnis habe ich gerade online versendet.
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Internet Seite vom NABU:
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https://www.nabu.de/
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Corona
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Bitte passt auf euch auf, die Corona Zahlen steigen in Deutschland wieder. Ich werde weiterhin keine Gastwirtschaft und keine Kirche in diesen Zeiten betreten. Als Pilgerin kann ich mich in den Wald zurück ziehen und als Waldläufer und Kräuterfrau ebenso. Ich war vor 20 Jahren das letzte mal beim Friseur, den brauch ich nicht. Mein Mann sieht auch gepflegt aus, er bekommt von mir einen Top Haarschnitt. Ich schneide seit 20 Jahren Haare, also nicht erst jetzt, ich bin keine Friseurin. Ich bin kein Hippy, die Amerikaner würden mich als „Eco Freak“ bezeichnen, ich bleibe Kräuterfrau.
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Passt auf euch auf und bleibt gesund.
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Bis bald im Wald

Waldläufer 19.12.2019

Endlich früh Feierabend und die Sonne scheint noch. Also nichts wie gleich nach der Arbeit raus in den Wald. Bei einer Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad Celsius, ist es im Winter im Wald sehr matschig. Meine schönen neuen Schuhe möchte ich nicht im Wald ruinieren, denn die waren echt teuer. Die Lösung heißt Baumarkt und da komme ich sowieso vorbei. Im Baumarkt besorge ich mir ein paar schwarze Gummistiefel die bis zum Knie gehen. Die Gummistiefel können dann auch gleich im Auto bleiben.
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Am Waldrand angekommen werden zuerst die neuen Gummistiefel angezogen, eine Lampe in die Jackentasche gesteckt und ab geht es in den Wald. Einfach nur im Wald sein. Der Sonnenuntergang am Nachmittag ist total schön. Am liebsten würde ich die Nacht im Wald bleiben, aber ich muss ja morgen arbeiten. So geht es auch bald wieder auf den Nachhause Weg. In der Dämmerung sehe ich ein sehr großes Wildschwein. So ein großes Wildschwein habe ich noch nie gesehen, es ist groß wie ein Klavier. Ich blinke das Schwein mit meiner Taschenlampe an und es rennt weg. Puh…. Schwein gehabt. Es wird wieder eine Nachtwanderung durch den Wald und ich begegne noch einem Fuchs und einem Reh. Am Waldsee sitzen ein paar Angler in der Dunkelheit und hoffen noch einen dicken Karpfen zu Weihnachten zu angeln. Die Angler haben die Wildschweine auch gesehen. In der Dämmerung und bei mildem Winterwetter ohne Frost, kommen die Schweine an den See um sich am Ufer im Matsch zu suhlen. Hier stehen auch ein paar große Eichen und die Samen (Eicheln) werden von den Schweinen gern gefressen.
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Bis bald im Wald

Waldläufer 18.08.2018. Nachts durch den Wald.

Eigentlich war diese Nachtwanderung nicht geplant, es hat sich so ergeben.
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Samstag Nachmittag waren mein Mann und ich in Bodenwerder (Weser) zum Eis essen, am Anleger. Wir saßen unter dem großen Walnussbaum der Gastwirtschaft. Und beobachteten die Schiffe auf der Weser. Es war einiges los. Danach beschlossen wir noch zum Grohnder Fährhaus (Weser, Kernkraftwerk Grohnde) zu fahren um uns den neu ausgebauten Campingplatz an zu schauen. Schön ist es geworden. Das Kernkraftwerk ist mir allerdings immer unheimlich. Es ist gerade wieder in Betrieb. Oft ist es ja abgeschaltet weil wieder irgendwas war. Hoffentlich kommt das Biest bald weg, wir haben ja jetzt genug Windräder (Möwenschredder) für Strom.
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Als wir wieder zu Hause waren, war es immer noch so warm, 32 Grad Celsius. Ich wollte unbedingt noch Schwimmen gehen.
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Ende August wird es schon wieder früher dunkel. So packe ich auch meine Solarlampe und eine Stirnlampe in meinen Rucksack. Man kann ja nie wissen. Wenn ich zum Sand-Tonbruch möchte muss ich vom Parkplatz aus mindestens eine halbe Stunde durch den Wald gehen. Dahinter fängt dann der Zwergenwald mit seinen Seen an. In den Zwergenwald gehen eh nur Leute die keine Angst vor Wildschweinen haben, oder Waldläufer. Neulich fand ich 2 versteckte Flaschen Bier. Sie lagen aber schon länger hinter einem Baum unter Gestrüpp. Das Bier roch schon komisch. Ich hab es weg geschüttet und die Pfandflaschen mit genommen. Im Gebüsch war auch ein Campingstuhl. Den hab ich stehen lassen. An einem anderen Lagerplatz liegt seit Wochen eine Wolldecke, eine Flasche Schnaps und ein paar Latschen. Inzwischen kann ich ganz gut Spuren lesen und habe schon so einige versteckte Lagerplätze gefunden. Meine Sachen lasse ich nicht im Wald zurück, denn sie werden von Mäusen zerfressen.
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So war ich bei Sonnenuntergang im Wald. Ich breite meine Isomatte (Evazote) im feuchten Schilf aus. Eine grüne Decke habe ich auch dabei, falls mir kalt wird uns als Tarnung. Ebenfalls einen schwarzen Pulli und ein Flecktarn T-Shirt in Übergröße um es über einen Pulli tragen zu können. Die Shorts ist dunkelblau. Nach dem Schwimmen ziehe ich meine Tarnklamotten an und decke mich mit der grünen Decke zu. Es wird dunkel und kühl im Schilf. Essen und Trinken hab ich auch dabei. Am anderen Ufer erscheinen 2 Angler, ein Zelt wird in der Dämmerung zwischen den Büschen aufgebaut. Sie tarnen sich ebenfalls sehr gut da Zelten im Wald verboten ist. Aber einer trägt ein weißes T-Shirt. Die Angler haben gemerkt das im Schilf etwas ist und leuchten mit einer fetten Taschenlampe direkt in das Schilf. Ich mach es dann wie ein Vogel, ich bewege mich nicht. So sehen sie nichts, hören mich aber gelegentlich rascheln und dann geht die Taschenlampe wieder an. Ein lustiges Spiel bis Mitternacht.
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Dann raschelt es hinter mir. Oh nein, die Wildschwein Rotte kommt aus der Dickung. Oh oh, schnell weg hier. Leise packe ich meine Sachen zusammen. Au weia, das Rascheln kommt immer näher. Die Angler haben es auch gehört und leuchten das Schilf und das Gebüsch mit ihren Taschenlampen ab. Ich setzte meine Stirnlampe auf und haue ab. Jetzt können mich die beiden Angler natürlich sehen, wie ich vor den Wildschweinen abhaue. Ich muss noch durch den total düsteren Wald wandern und es ist Geisterstunde.
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Bis bald im Wald

Wassermangel in Deutschland, August 2018.

Die Nacht hat es geregnet, aber es ist schon wider warm. Der wenige Regen wird die Wasserknappheit in Deutschland nicht lindern. Die Bauern haben große Ernteausfälle. Der Mais droht auch zu verdorren. Das wird schlimm, denn gerade der Mais wird bei uns auf dem Land als wichtiges Viehfutter angebaut. Das Gras wächst bei der Trockenheit nicht nach und so hat es nur wenig Heuernte gegeben. Einige Bauern müssen jetzt schon ihr Heu, das eigentlich für den Winter gedacht war, verfüttern. Die Höfe fürchten um ihre Existenz. Lebensmittel werden teuer werden.
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Einige Familien auf dem Land haben jetzt schon kein Geld mehr um für ihre Kinder Obst und Gemüse zu kaufen. Die Kinder kommen in die Schule und kennen kein Obst. In unserer Schule im Dorf gibt es seit einigen Jahren ein Schulobst Projekt, gesponsort von der EU. Einige Kinder halten mit 6 Jahren das erste mal Obst in der Hand. Für uns Waldläufer und Pilger ist das oft unvorstellbar. Da wir den ganzen Tag im Wald rumstrolchen, Beeren und Wildfrüchte essen. Gelegentlich essen wir auch Fallobst auf der Pferdeweide. Die Pferde sind harmlos, da kann man schon mal auf die Weide gehen und sich 2 oder 3 Apfel holen und in den Rucksack stecken. Für die Tiere fallen die nächsten Apfel ja bald wieder herunter. Gut wenn der Bauer ein paar Apfelbäume auf der Weide stehen hat, dort haben die Tiere jetzt noch genug Futter. Aber was wird aus den armen Familien wo die Kinder jetzt schon kein frisches Obst kennen. Wir wissen es nicht.
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Unsere Quelle hinter dem Dorf gibt noch genügend Wasser ab. Aber an meinem Lagerplatz im Osterwald ist der Bach eingetrocknet, da ist nichts mehr. Seit Juni 2018 bin ich nicht mehr dort gewesen. Es war sehr anstrengend immer dort Wasser hin zu schleppen. Ich hoffe das der Bach im Herbst und Winter wieder Wasser führt. Über Sommer bin ich viel im Zwergenwald im alten Ton Sandbruch Gebiet. Dort ist genug Wasser. Sonntag nach Sonnenuntergang sind dort 24 Graugänse eingeflogen. Ja auch die Gänse suchen Wasser. Es ist interessant ihnen zu zu sehen. Leider hatte ich keine Kamera dabei. Auf dem Rückweg war es schon dunkel. Und ja, ich bin auch wieder Wildschweinen begegnet. Im alten renaturierten Sand und Tonbruch sind jetzt viele Wildtiere, denn hier gibt es noch Wasser. Ich kann jetzt viele Tiere beobachten. Die Tiere kommen zum Wasserloch.
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Ich mach mir langsam Sorgen, was wenn die Quelle hinter unserem Dorf versiegt? Das kann übel werden. Das ganze Dorf lebt von dieser Quelle, Mensch und Tier.
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Bis bald im Wald

Im Zwergenwald 08.07.2018, Prepper und Kräuterfrau.

Es sind Sommerferien und viele können nicht in den Urlaub fahren. So ist es im Sand / Steinbruch voll. Selbst an meinem Platz im Schilf hat man keine Ruhe. Ich verzieh mich in den Zwergenwald hinter dem Sand / Steinbruch. In den Zwergenwald geht auch in diesem Sommer kaum ein Mensch. An den beiden Waldseen im Zwergenwald ist es sehr ruhig. Hier gibt es Wildschweine und Wölfe. Ich mach es mir an einem schönen Platz gemütlich und geh erst einmal schwimmen. Danach leg ich mich auf meine Isomatte (Evazote) in die Sonne. Nach einer Weile höre ich die Wildschweine in der Dickung. Es passiert nichts, die Wildschweine verschwinden wieder. Die Wölfe sind scheu, da passiert auch nichts. Essen und Trinken habe ich genug dabei. Ich stelle fest, das ich mehrere Plätze im Wald habe, die ich je nach Witterung aufsuche. Alle Plätze haben eins gemeinsam, sie haben Baumgruppen zwischen denen man ein Seil spannen kann. So ist es einfach zwischen den Bäumen ein Tarp auf zu bauen. Bei schönem Wetter baue ich kein Tarp auf. Im Zwergenwald gibt es viele Birken und das ist auch sehr gut. Bei Durst kann ich sie anzapfen und Birkensaft trinken. Zum Feuer machen eignet sich die Birkenrinde von am Boden liegenden Bäumen. Da die Forst hier renaturiert liegt einiges am Boden und das soll auch so sein und ist gut so. Ich habe mir eine 2 Meter Stoffbahn (T-Shirt Stoff) in der Farbe Olive besorgt. Wenn ich dann im Gebüsch und Schilf auf dem Boden schlafe und mich damit zu decke, bin ich gut getarnt. Meinen Rucksack verstecke ich im Gebüsch. Mein Mikrofaser Handtuch ist mittelgrau und fällt auch kaum auf. Ein Flecktarn T-Shirt in XXL und ein Hemd mit Grasmuster habe ich auch noch, die sind so groß, das ich sie über einen Pulli ziehen kann. Als Frau muss man schon ein bisschen mehr auf Tarnung achten, sich leise und geschickt durch den Wald schleichen. So bin ich sicher, habe meine Ruhe und kann ungestört Vögel beobachten. Das ist toll.
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Muss ich mir bei Waldbrandgefahr etwas im Wald kochen?
Nein.
Ich nehme mir meinen Thermobecher mit heißem Kaffee mit und eine Flasche Wasser. Da ich etwas Geld sparen muss sind alle meine Outdoor Utensilien wieder im Gebrauch. Meine alten Sigg Flaschen kommen wieder zum Einsatz. Einfach nur die Dichtungen im Deckel ausgetauscht und schon sind sie wieder dicht. Das Leitungswasser bei uns ist gut, es kommt aus einer Quelle hinter dem Dorf. Diese Quelle führt zwar bei Trockenheit weniger Wasser, aber es reicht noch für alle im Dorf. Wasserknappheit wegen Hitze, wie in einigen Dörfern in Norddeutschland, gab es bei uns noch nie. Unsere Regentonnen sind allerdings leer, der Garten fängt an zu vertrocknen. Unser Obst an Bäumen und Büschen ist aber in Ordnung. Die Büsche und Bäume haben tiefe Wurzeln und bekommen dadurch noch genug Wasser. Das Gemüse musste ich schnell ernten. Ein Bauer würde von Noternte sprechen. Die Heilkräuter wachsen super, denen macht die Wasserknappheit anscheinend nichts aus, sie brauchen nicht viel Wasser.
Essen, ich nehme mir einfach ein Marmeladenglas gefüllt mit Studentenfutter mit. Das bringt Energie und das reicht mir. Im Wald finde ich jetzt reife Himbeeren und die Samen der Brennnessel lassen sich auch gut essen. Die Samen piksen nicht. An einem Lagerplatz stehen 2 Bäume mit Wildkirschen, sie sind noch nicht reif.
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Mein Waldsofa hab ich nicht mehr aufgebaut. Die Stämme liegen noch im Gebüsch. Baumgruppen sind als Lagerplatz besser. Im Notfall können hier Brombeerranken als Fußangeln gespannt werden. Ungebetene Besucher fallen hin und schimpfen oder fluchen. Wie bei den alten Germanen, Herrmann/Arminius, der die Römer bei uns vertrieben hat. So bekomme ich rechtzeitig mit was los ist. Ich bin jetzt so viel im Wald wie es geht. Leider kann ich nur selten im Wald schlafen, da ich zu Hause meine eigenen Vögel versorgen muss und auch arbeite. Irgendwo muss das Geld ja her kommen.
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Prepper
Im Auto habe ich für den Notfall 4,5 Liter Trinkwasser. 2 mal habe ich es dieses Jahr schon gebraucht und war froh das es da war.
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Meine Campingausrüstung und einige getrocknete Lebensmittel wie Nudeln, Reis, Tee und Instantkaffee (muss alles Hitzebeständig sein) liegen ebenfalls im Auto und wurde schon mehrfach benötigt. Gut das es da ist. Preppen lohnt sich.
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Die Notsituationen waren Stress und einfach mal schnell abhauen in den Wald und Hunger haben, Straßen von Hochwasser überschwemmt und nicht nach Hause können, extreme Hitze und mit dem Auto unterwegs.
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Was neues gegen Mücken und stechende Insekten im Wald heraus gefunden:
Bei diesem heißen Wetter gehe ich mit kurzer Hose in den Wald. Ja, ja, soll man nicht machen, es ist aber so warm. Ich hab auch mal wieder vergessen meine Beine gegen Stechviecher ein zu reiben. Ich suche Rainfarn (Tanacetum vulgare), Insektizid, sehr giftig. Darf nicht bei Schwangeren verwendet werden, es kann zu Fehlgeburten durch Rainfarn kommen. Ein dicker Strauß kann an den Rucksack gebunden werden, der Geruch vom Rainfarn vertreibt Insekten. Leider habe ich keinen Rainfarn gefunden. Da kam mir eine Idee. Es wächst ja gerade überall Spitzwegerich (Plantago lanceolata) und der schmeckt bitter. Spitzwegerich ist ein Heilkraut gegen Husten und es lassen sich kleine Wunden damit desinfizieren. So nehme ich einige Blätter und kaue sie zu einem Brei durch. Den Spitzwegerich Brei spucke ich in meine Hände und damit reibe ich mir die Beine ein. Mich hat nichts gestochen, es hat gewirkt. Spitzwegerich mit den Enzymen des Speichels sind für Insekten unangenehm. Geht doch.
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Bis bald im Wald

Eulen gucken mit Klappi und Waldsack

Der Abend ist so schön und die Sonne scheint. Es sind zwar nur 8 Grad aber in der Sonne ist es richtig schön. So kommen Klappi (Klappsäge) und Waldsack (grüner Stoffsack aus stabilem Synthetik) mit in den Rucksack. Auf geht es in den Osterwald. Auf einem Rückeweg laufe ich entlang bis zu einer schönen und abgelegenen Waldwiese. Die Schweine haben hier derbe gewühlt, die ganze Wiese ist umgegraben. Ein Stückchen weiter am Bach, finde ich einen netten Lagerplatz. Leider ist die Douglasien Dickung zu dicht an meinem Lagerplatz. Es war nicht anders zu erwarten, es grunzt. Die Wildschweine sind in der Dickung und im April haben die Junge. Ich mache das ich weg komme. Schon zum 2. mal werde ich im Osterwald von Wildschweinen vertrieben. So laufe ich zurück auf dem Rückeweg bis zum Wanderweg. Es wird sich schon eine schöne Lichtung zum Eulen beobachten finden. Hinter der Sennhütte finde ich eine schöne Waldwiese. Hier sind keine Schweinespuren und die Sonne scheint warm auf die Wiese. „Klappi komm raus aus dem Rucksack, wir müssen einen bequemen Sitz bauen, die Wiese ist nass.“ Klappi: „ Och nö, ich will im Rucksack bleiben, das soll Waldsack machen.“ „Waldsack, komm raus aus dem Rucksack.“ Der Waldsack wird nun mit trockenem Waldgras voll gestopft. Mit einem Kreuzknoten wird er zu gemacht. Jetzt habe ich ein weiches warmes Sitzkissen für die feuchte Wiese. Durch das Waldgras kommt die Feuchtigkeit nicht durch. Der Sack kann später außen am Rucksack trocknen. Das spart Gewicht und ich komme mit einem kleinen Rucksack zurecht. In der Abendsonne kann ich mich im T-Shirt sonnen. Es gibt Müsli (selbst gemischtes, die Mischungen im Supermarkt sind mir zu klebrig und zu süß) und Tee. Faulenzen auf der Wiese bis die Eulen kommen. Es sind viele Buchfinken, Meisen und Rotkehlchen da und ich kann mich an ihrem Gesang erfreuen. Eine Kohlmeise kommt ganz nah um zu schauen wer denn dort auf der Wiese sitzt. Bei Sonnenuntergang passiert nichts, keine Eulen. Hirsche gibt es hier auch, aber die zeigen sich auch nicht. Ich packe meine Sachen ein. Vielleicht sehe ich ja Tiere auf dem Rückweg. Nichts, keine Eulen, keine Rotwild Spießer. Es sind nur Wildschweine da. Aber es war ein schöner Abend im Wald.
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Zu Hause mach ich es mir dann mit dem Laptop auf dem Sofa gemütlich. Da gibt es doch die Webcam mit dem Uhu Nest von Lotte und Leo / Gesellschaft für Erhaltung der Eulen e.V. / Das macht Stefan Brücher und er schreibt ein Eulen Tagebuch in das Internet. Lotte und Leo brüten dieses Jahr auch noch nicht. War der Winter zu kalt? Es scheint zu wenig Nahrung für die Tiere zu geben und dann brüten die nicht oder später. Eulen fressen Insekten, Mäuse und Ratten. Gelegentlich auch mal eine Stockente.
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Von den Stockenten bei uns im Dorf, haben einige nicht überlebt. Es wurde von den Leuten mit Brot und Katzenfutter gefüttert, das hat sie umgebracht, das haben sie nicht vertragen.
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Die Menschen gehen zum Arzt, wenn sie sich falsch ernähren und davon krank werden. Ein Tier kann das nicht, es stirbt. Tiere dürfen deshalb nur Artgerecht gefüttert werden. Wilde Enten, Gänse und Schwäne braucht man im Sommer überhaupt nicht zu füttern. Man bringt sie damit um. Die finden selbst genug. Enten, Gänse und Schwäne fliegen zum grasen zu den Wiesen an der Weser.
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Im Krisenfall können wir Menschen auch nicht zum Arzt gehen. Falsche Ernährung würde uns dann auch umbringen. In Friedenszeiten verschreibt der Arzt Pillen, dann kann man sich weiter falsch ernähren, das fällt dann nicht auf.
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Für uns Waldläufer und Kräuterfrauen ist falsche Ernährung ebenfalls Gift. Wir können uns dann zu wenig bewegen, das Leben wird dann langweilig.
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Bis bald im Wald

Waldläufer 01.10.2017 und 03.10.2017 und neuer Rucksack


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Wir haben warmes Oktoberwetter, 15 Grad Celsius, aber in der Sonne sind es locker 25 Grad Celsius. Wolkenloser blauer Himmel. So einen schönen blauen Himmel haben wir in Norddeutschland selten. Ich packe meinen Rucksack und auch Badesachen nehme ich mit. Das Tarp bleibt zu Hause, es wird in den nächsten Stunden nicht regnen. Falls das Wetter doch umschlagen sollte, muss ein Regenponcho reichen. Ich mach mich auf in den Zwergenwald, es gibt viele Pilze und ich möchte gern ein paar Steinpilze. Steinpilze finde ich leider nicht. Es gibt viele Hallimasch und Parasol Pilze, beide essbar. Leider sind die Pilze so groß und schon voller Würmer, schade. Das gibt nur Matsch in meinem Beutel. Ich erfreue mich an den Pilzen und fotografiere sie. Naja, ein paar sind schon noch essbar, aber die lass ich auch stehen. Der Parasol ist das Schnitzel des Waldes. Den Hut kann man wie ein Schnitzel panieren und in der Pfanne braten. Dazu gebratene Hallimasch mit wildem Knoblauch. Die kanadische Goldrute ist verblüht, aber aus einem Youtube Video von Lars Konarek, habe ich gelernt das man die Wurzeln kochen und essen kann. Ich würde im Zwergenwald nicht verhungern. Jedes mal wenn ich hier bin, findet sich ein komplettes Menü. Im Winter sieht das natürlich anders aus, da wächst nicht so viel. Ich bin nicht hungrig, stromer durch den Zwergenwald und knabber ein paar lecker Kräuter. Ich möchte den Lagerplatz aufsuchen, an dem ich die letzten beiden male war. So schleiche ich durch das Gebüsch. Dort sind 2 olivgrüne Zelte aufgebaut. Oben liegen Blätter und Gestrüpp drauf. Alles ist gut getarnt. Ein getarnter Handwagen steht im Gebüsch um all die Sachen durch den Wald zu transportieren. Mit dem Auto darf man hier nicht hin. Am Waldrand sind Schranken und das ist auch gut so. Leise schleiche ich wieder weg. Die Jungs haben nicht gemerkt das ich sie beobachtet habe. Nun suche ich mir einen anderen Platz. Viele Teile vom Wald sind wegen Starkregen der letzten Tage überschwemmt. Ich finde einen netten Platz, getarnt durch Büsche und Schilf. Der Boden ist feucht. Ich baue mir ein Waldsofa. Einige Äste und Stämme liegen im Gebüsch, diese sind brauchbar. Schade das ich keine Klappsäge dabei habe, das wäre jetzt toll und ich könnte es mir noch bequemer machen. Im Rucksack habe ich auch einen dicken Pullover, den stecke ich in meinen Stoffbeutel. Jetzt habe ich ein Kissen, so sitzt es sich bequem. Eine Wärmekanne mit heißem Holundertee habe ich auch dabei. Ich zieh mich aus und geh im See baden. Im ersten Moment ist es kalt, aber dann geht es und es ist herrlich im Oktober in der Sonne zu schwimmen, ich genieße das Bad mitten im Wald. Danach mache ich es mir in der Sonne gemütlich, ein Buch habe ich auch dabei. Der Tag vergeht viel zu schnell, ich würde auch zu gern hier im Wald übernachten, aber ich muss morgen zur Arbeit. Ich stell mir ein Trapper Bett mit einem Tarp darüber vor. Eine Hängematte mit einem Tarp darüber wäre auch super. Zu einer Hängematte gehören auch Gurte und Seile, das wiegt alles und muss mit in den Wald geschleppt werden. Also das Trapper Bett ist dann besser, damit ich nicht auf so einem nassen Boden liege und ein Tarp darüber, gegen Nässe von oben. Ja das wäre toll. Ich brauch unbedingt eine Klappsäge. Die Sonne geht unter und auf dem Rückweg muss ich an dem Lagerplatz der Jungs vorbei. Sie sind immer noch da und die Zelte aufgebaut. Die Jungs werden die Nacht im Zwergenwald bleiben. Leise wie ein Indianer schleiche ich vorbei. Sie bemerken mich nicht. Als ich zu Hause bin, ist es dunkel.
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Da einige immer an Rucksack Packlisten interessiert sind, schreibe ich was ich mit hatte.
Es war ein kleiner Rucksack, manche sagen Daypack.
1 Edelstahl Wärmekanne mit Becher – 1 Liter,
1 dickes Messer, Klinge ca. 20 cm lang, geeignet für patoning,
1 Feuerstahl, 1 Feuerzeug,
1 kleines Taschenmesser,
1 Brille,
1 Kompass und eine Karte,
1 Buch,
1 Stoffbeutel für Pilze und Kräuter,
1 dicken Pullover,.
1 Regenponcho,
Schnüre,
1 stabilen Gurt mit Schnapphaken an jedem Ende,
1 Mikrofaser Handtuch,
1 Badeanzug, wenn andere Pilzsucher im Wald sind, mag ich da nicht nackt baden.
Mundstück einer Trompete, um ein wenig zu üben.
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Und die Kamera war natürlich auch mit dabei.
Bis bald im Wald.
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03.10.2017
Das Wetter ist umgeschlagen. Zu dieser Jahreszeit geht das sehr schnell. Die Packliste vom Daypack wird geändert. Die Badesachen, das Buch und das Trompeten Mundstück kommen raus aus dem Rucksack. Dafür nehme ich ein Tarp, eine Isomatte und ein Seil mit. Heute geht es in den Osterwald. Ich habe mir ein Waldstück ausgesucht, das auf Google Earth ganz nett aussieht. Dieses Waldstück entpuppt sich aber als Sumpfgebiet. Na super…. hier einen Lagerplatz zu bauen ist schwierig. Dieser muss dann schon zwischen den Bäumen aufgehängt sein. Damit meine ich ein Baumhaus im Sumpf, oder eine Plattform über die man ein Tarp spannen kann. Als Bett kann eine Hängematte genutzt werden und ein Tarp kann darüber gespannt werden. Im Kopf habe ich genügend Fantasie mir dies alles vor zu stellen. In der Realität ist das natürlich anders. Es bedarf einen enormen Kraftaufwand, eine Säge und Seile um so etwas in den Sumpf zu bauen. Das ist mir zu anstrengend aber gehen würde es. So suche ich mir einen anderen Lagerplatz. Den finde ich auch, mitten im dichten Osterwald eine super abgelegene Waldlichtung mit dicken Bäumen und Waldgras. Ringsherum stehen Massen an Pilzen. Ich sammele mir erst einmal einen Beutel voll Steinpilze. Danach möchte ich mein Seil zwischen die Bäume spannen, das Tarp darüber hängen, Isomatte darunter in das weiche Gras, ja so stell ich mir das vor. Ein paar Stöcke, die ich als Heringe nutzen kann, muss ich noch suchen. Dies ist aber kein Problem, da genug Material am Boden liegt. An meinem Tarp habe ich in jede Öse zu Hause eine Schnurschlaufe geknotet. Doch dann geschieht es. Aus dem Dickicht heraus schaut mich ein Wildschwein an und grunzt. Es ist ein Warngrunzen. Die Waldlichtung ist das Revier dieser Wildsau. Ich verhalte mich ganz ruhig, packe langsam meine Sachen zusammen. Die Wildsau verschwindet nicht, sie schaut mich aus dem Dickicht heraus an. Dann gehe ich langsam weg. Die Wildsau schaut hinter mir her, sie hat keine Angst und verschwindet nicht. Mir ist klar sie wird ihr Revier verteidigen, sie hat ja schon ein Warngrunzen abgegeben. Mit einem Wildschwein sollte man sich nicht anlegen, die sind stärker als ein Mensch. Warngrunzer sollten unbedingt respektiert werden. Keine hektischen Bewegungen, das Wildschwein muss merken, das wir als Mensch verschwinden. Wildtiere drohen immer bevor sie angreifen und das würde dieses Wildschwein tun, um sein Revier zu verteidigen. Wenn wir als Mensch dann weg gehen ist alles gut. Ich such mir einen anderen Lagerplatz. Inzwischen regnet es in Strömen. Ich hocke mich einfach unter meinen Regenponcho, er dient jetzt als Einmannzelt. Darunter trinke ich einen warmen Tee aus meiner Wärmekanne. Dieses Waldstück ist so dicht, das es tagsüber bei Regen dunkel wie die Nacht ist. Auf dem Waldboden wächst nur Moos. Anderen Pflanzen fehlt das Licht zum wachsen. Danach mach ich mich auf den Rückweg, den Poncho lasse ich an, darunter ist es warm. Unter dem Poncho habe ich nur eine Fleece Jacke und ein T-Shirt. Wenn ich den Poncho hoch hebe, merke ich wie kalt es ist. Durch den winddichten Poncho bleibt die Wärme in der Fleecejacke. Den Reißverschluss der Jacke lasse ich offen, damit die Luftzirkulation nach unten funktioniert. Sonst schwitzt man von innen. Nach 4 Stunden Fußmarsch bin ich wieder am Auto und fahre nach Hause. Dieser Waldtag war anstrengend.
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Bis bald im Wald
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03.10.2017_Natürliche Steinformation dient als Tisch uns Stuhl_OsterwaldCIMG2374

Im Osterwald ist die Bewaldung so dicht, das es bei Bewölkung und Regen am Tage dunkel ist wie in der Nacht. Die Felsen dienen mir als Sitzgruppe. Für eine kurze Pause baue ich mein Tarp nicht auf. Ich hocke mich unter meinen Regenponcho zwischen die Felsen. So bleibe ich warm und Trocken. Unter dem Regenponcho kann ich einen heißen Kräutertee aus meiner Wärmekanne genießen.


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Neuer Rucksack / new backpack 04.10.2017
Jack Wolfskin/ Snuggle Up/ Berkeley black. Dieser Rucksack ist ein Tagesrucksack, Daypack. Ideal für Waldläufer, Kräuterfrauen und Fotografen die im Gelände wendig und schnell unterwegs sein wollen. Oder auf Wildwechseln durch das Gebüsch pirschen wie die Indianer. Der Rucksack wurde von mir bewusst in schwarz gewählt. So kann ich ihn auch mit zur Arbeit nehmen und in der Bahn neutral unterwegs sein. Durch das schlichte schwarz fällt er im Menschengedränge und bei der Arbeit nicht auf. Der Rucksack hat stabile Tragegurte. Die Reißverschlüsse sind ebenfalls sehr stabil. Der Rucksack ist aus stabilem Gewebe, das von innen gegen Nässe beschichtet ist. Den ersten Starkregen mit anschließender Bahnfahrt hat er prima überstanden, der Inhalt blieb trocken. Seitliche Gurte rechts und links sind so angebracht, das sich ein Fotostativ gut befestigen lässt. Ich hatte es für meinen Regenschirm genutzt. Bei meinem Vorgängermodel (Eastpack) sind mal wieder die Tragegurte aus gerissen. Eine Reparatur lohnt sich nicht mehr, da das Material insgesamt zerschlissen ist.