Wanderung ohne Rucksack 03.10.2016

Der Sommer war heiß, mit sehr viel Hitze und Sonne. So war ich die meiste Zeit im Schwimmbad und auch mit meinem Mann am Steinhuder Meer baden und chillen. Um als Pilger oder Waldläufer unterwegs zu sein, war es mir einfach zu warm, bei Hitze macht mir das keinen Spaß. Deshalb habe ich die letzte Zeit nichts geschrieben. Heute ist das Wetter kühler und ich mach mich auf den Weg, aber nur zu einem kleinen Spaziergang. Zum Spazierengehen nimmt man eigentlich keinen Rucksack mit Klamotten mit, also raus aus dem Dorf und ab in die Feldmark. Als ich hinter den letzten Häusern vom Dorf bin denke ich: „ Warum nicht eine kleine Wanderung starten.“ Ich habe Laufschuhe an und damit geht es ja. So könnte ich auch gleich testen ob man ohne alles zurecht kommt. Ok, das Wetter ist gut und es regnet nicht. Im Extremfall hat man den Rucksack verloren oder musste ihn absichtlich zurück lassen, da man ohne schneller unterwegs ist. Ein bisschen Survivaltraining kann ja nicht schaden. Ich habe heute gefrühstückt aber noch kein Mittag gegessen und es ist schon 14 Uhr. Ich habe keine Wasserflasche dabei, (bin hinter dem Dorf und könnte in 15 Minuten zu Hause sein). Zuerst brauche in ein paar Taschentücher und am Feldrand wachsen auch junge wilde Ahorn Bäume die dort von den Bauern gelegentlich abgemäht werden. Ich pflücke mir ein paar große Blätter als Taschentücher und stecke sie in meine Jackentasche. Langsam bekomme ich Hunger, wo finde ich jetzt in der Feldmark etwas zu essen. In der Feldmark gibt es Wacholderdrosseln und diese Vögel sind immer auf Nahrungssuche. Ich beobachte die Flugrichtung der Wacholderdrosseln und folge ihnen. Ich komme an einem Feldweg mit vielen Büschen an. Die dichten Büsche bieten den Vögeln Schutz, hier haben sie ihre Nester. Solche Feldgehölze sind auch wichtig für das Rehwild. Nabu, Bauern und Jäger achten darauf das die Feldgehölze nicht entfernt werden. Ich folge den Wacholderdrosseln, weiter durch die Feldmark. Da stehen sie, 2 große Mehlbeerbäume am Feldrand. Voller Beeren und in den Baumkronen ca. 20 Wacholderdrosseln und einige Rotkehlchen. Die Vögel fressen die Beeren. Wir Menschen beachten diese Bäume meistens nicht und es wird uns auch gesagt das diese Beeren giftig sind. Das kann ja nun nicht stimmen, da sich hier Wacholderdrosseln und Rotkehlchen satt fressen. Den Vögeln geht es gut. Ich pflücke mir ein paar Beeren um erst einmal zu testen wie sie schmecken. Sie sind leicht süßlich und mehlig. Ich verhalte mich ruhig und speise mit den Vögeln. Als Nachtisch gibt es die letzten Brombeeren und Schlehen. Für unterwegs finde ich noch Hagebutten zum knabbern. Es ist kaum zu glauben, ich bin satt geworden. Langsam bekomme ich Durst. In der Nähe befinden sich 2 Quellen. Eine Schwefelquelle und eine normale Quelle. Die Schwefelquelle ist hübsch mit Steinen eingefasst, das Wasser ist trinkbar aber stinkt. Die normale Quelle ist umzäunt, damit sie nicht verschmutzt wird, das Quellwasser wird in einem Wasserspeicher gesammelt und versorgt das Nachbardorf mit Trinkwasser. Eine Wasserleitung führt zu einer Schutzhütte mit Feuerstelle. Hier kann ich erst einmal meinen Durst stillen. Auf Früchte und Beeren sollte man eigentlich nichts trinken, da dies zu Durchfall führen kann. Wenn man aber Durst hat, reicht die Flüssigkeit in den Früchten nicht aus. Ich halte den Kopf unter den Wasserhahn und trinke, ohne diesen zu berühren. Warum soll man beim Trinken den Wasserhahn nicht berühren? Weil viele Leute diesen Wasserhahn aufdrehen und anfassen. Ein Außenwasserhahn wird nur vom Regen gereinigt, den macht niemand sauber. Berührt man ihn beim Trinken, können Baktrien vom Vorgänger übertragen werden. Das kann zu Durchfall führen. Also Kopf drunter und beim Trinken nicht berühren. Auf dem Rückweg wandere ich durch den Wald. Die ersten Pilze sprießen aus dem Boden, leider ist diese Sorte nicht essbar. Als ich zurück im Dorf bin ist es bereits dunkel. Es wurde eine Wanderung von 5 Stunden und ein schöner Tag. Bis bald im Wald. Eure Kati.