Kräuterfrau, Seife und Fitness 28.03.2020

In Zeiten von Corona ist alles etwas schwierig. Wir haben immer noch eine Kontaktsperre und kein Ausgangsverbot. Wir dürfen raus, sollen aber möglichst zu Hause bleiben. Wenn wir doch raus gehen sollen wir den Kontakt zu anderen Personen meiden und mindestens 2 Meter Abstand halten. Ich wunder mich doch sehr, das der Waldparkplatz schon wieder voll mit Autos aus Hannover ist. Bei uns im Dorf ist kein Corona Fall bekannt, also Abstand von den Hannoveranern halten, besser ist das jetzt.
In einigen Dörfern bei uns ist die Bienenseuche Faulbrut ausgebrochen, diese Dörfer werden zum Sperrbezirk erklärt. Dort steht dann ein gelbes Schild am Ortseingang mit der Aufschrift Sperrbezirk. Die Bauern haben Schilder an ihren Höfen angebracht mit der Aufschrift: Wertvoller Tierbestand, Betreten verboten. Corona und Faulbrut, was kommt denn noch alles?
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Es gibt bei uns auf dem Dorf immer noch kein Klopapier und Küchenpapier, keine Nudeln, kein Mehl, kein Reis. Konserven und Fertiggerichte sind ausverkauft. Seife gibt es auch nicht mehr, die Regale im Supermarkt sind leer. Wenn Ware kommt kloppen sich die Leute fast darum. Kartoffeln und Eier haben wir genug. In Niedersachsen gibt es viele Kartoffelbauern und viele Hühner.
Wer selbst kochen kann wird bei uns auf dem Dorf satt, in der Stadt hungern einige. Klopapier und Küchenpapier müssen wir jetzt durch Zeitungspapier ersetzen, es geht nicht anders. Frauenhygiene wie Binden und Tampons werden jetzt auch knapp aber über die Alternative der Menstruationstasse habe ich bereits berichtet. Schau mal unter Bio- Unterricht Frauenhygiene, oben am Rand.
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Heute ist ein wunderschöner und sonniger Tag auf dem Land. Zuerst mache ich im Garten Yoga und kümmer mich danach um meine Kräuterbeete. Für meine Zebrafinken sähe ich Hirse aus, damit sie frisches Futter bekommen. Die Kräuter sprießen kräftig und schön, was für eine Freude. Die ersten Blätter der Walderdbeeren sprießen im Garten, wie schön, so viele. Die Stachelbeeren bekommen schöne Knospen und die Johannisbeeren haben leider Mehltau, da wird es nicht viele Früchte geben. Das macht aber nichts an meinem Lagerplatz im Wald wachsen viele Heidelbeeren und viele Brombeeren. Die Natur blüht so richtig auf und wird uns mit Nahrung versorgen.
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Nach der Yoga Stunde und das kümmern um meine Kräuter, geht es auf zum joggen in den Wald. Auf meiner Jogging Runde stoppe ich hier und dort um frische Waldkräuter für unser Abendessen zu sammeln. Trotz leichter Erkältung bin ich erstaunlich fit, ich kann meine Runde laufen ohne das ich außer Puste oder total nass geschwitzt bin. Eine Runde reicht, mit einer Erkältung müssen es ja nicht gleich 10 Kilometer rennen sein. Nur nicht überanstrengen.
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Wenn nur nicht dieses blöde Corona wäre.
Wir sollen uns viel und regelmäßig die Hände mit Seife waschen. Nur wie, wenn es keine Seife mehr im Supermarkt gibt, alles leer. Und duschen will man ja auch noch.
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Stellen wir doch Flüssigseife selbst her. Wie geht das?
Wir sammeln uns einen Beutel voll Efeu / Hedera helix / Blätter.
Die Pflanze ist nicht zum essen geeignet aber für Seife denn sie enthält Saponine.
Zu Hause zupfen oder schneiden wir die Pflanze sehr klein.
Nun benötigen wir ein Glas mit einem Schraubdeckel (Marmeladenglas).
Das Glas wird ¾ mit kleingehacktem Efeu gefüllt.
Wasser zum Kochen bringen.
Das heiße Wasser auf die kleingehackten Efeu Blätter gießen, so das sie bedeckt sind.
Das Glas zu schrauben und gut durchschütteln.
Über Nacht stehen lassen.
Am anderen Morgen noch einmal gut durchschütteln, jetzt kannst du sehen das sich Seifenschaum bildet, die Flüssigkeit hat sich leicht grün gefärbt.
Die Masse durch ein Sieb gießen.
Jetzt hast du flüssige, grüne Seife.
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Diese Seife hält sich nicht sehr lange, da sie frei von Konservierungsstoffen und frisch ist. Möchtest du dir einen Vorrat anlegen? Dann trockne die Blätter, die getrockneten Blätter kannst du in einem dichten Behälter trocken aufbewahren.
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Du kannst mit Efeu auch deine Wäsche waschen. Die Kleingehackten Blätter füllst du in eine Socke bis sie voll ist. Die Socke bindest du mit einem Bindfaden zu und steckst diese mit zu der Wäsche in die Waschmaschine.
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Lieber Gott, hilf allen Corona Erkrankten, das sie gesund werden und überleben.
Lieber Gott, hilf allen Wissenschaftlern, das möglichst bald ein Impfmittel und die richtige Medizin gefunden wird, damit wir überleben und damit es mit der Wirtschaft wieder aufwärts geht.
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Bis bald aus dem Kräutergarten und bleibt alle gesund.
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(Ich kenne kein Heilkraut gegen Corona, fragt mich nicht)

Der Geisterzug

Ich fahre immer mit der Bahn zur Arbeit und bin Fernpendler. In Zeiten von Corona ist das sehr merkwürdig. Morgens am Bahnhof sind kaum Menschen, es ist Frühling und die ersten Vögel zwitschern. Auf einem Mast, hinter dem alten Stellwerk, haben Störche ihr Nest gebaut. Im Sonnenaufgang kann man die großen Vögel gut beobachten, sie klappern. Es ist gespenstisch ruhig. Ein schöner aber menschenleerer Morgen. Mir geht es gut.
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Dann kommt der Zug, der uns jeden Morgen in die Stadt bringt. Auf dem sonst gut gefüllten Bahnsteig stehen 4 Menschen. Der Zug hat 7 Wagons und ich haben einen ganzen Wagon für mich allein. Es ist ein merkwürdiges Gefühl, ich sitze in einem Geisterzug und doch ist es die Realität.
Im Zug träume ich vor mich hin und muss an einen Traum denken den ich vor 2 Tagen hatte. Ja, ich muss immer wieder an diesen Traum denken.
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Ich stehe auf einer Landstraße, es kommen keine Autos und es ist menschenleer. Rechts und links Felder, Weisen, sanfte Hügel, Wald und die Vögel zwitschern im Frühling. Vor mir liegt eine Stadt, es ist eine Geisterstadt. Ich kann diese Stadt klar erkennen. Es ist nicht die Stadt in der Bibel aus der Apokalypse, denn es fehlt die Stadtmauer mit ihren 12 Toren. Es ist also nicht der Tod und das Jenseits. Es ist alles da, aber keine Menschen, es ist eine richtige Geisterstadt, ein -lost place- eine verlorene Stadt.
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Ich komme in der Stadt an. Am Bahnhof sind einige wenige Menschen. Kein Gedränge, keine Schüler, keine Studenten. Meinen Kollegen geht es ähnlich. Im Büro angekommen schließen wir uns ein. Mit unseren Kunden telefonieren wir oder halten eMail Kontakt. Es ist ein komisches Gefühl, so unwirklich aber auch Realität.
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Auf dem Rückweg ist es wieder fast leer am Bahnsteig. Jetzt sitzen wir zu zweit in einem großen Wagon vom Zug. Gespenstige Stille ist hier die Realität. Am Ankunftsbahnhof ist es auch wieder fast leer, 3 Menschen die aus dem sonst gut gefüllten Zug mit den 7 Wagons aussteigen. Die Störche vom Mast hinter dem alten Stellwerk begrüßen uns und klappern. Die Vögel zwitschern, es ist Frühling und eine ungewöhnliche Stille. Es sind kaum Autos auf der Straße. Keine spielenden Kinder, die Menschen bleiben freiwillig im Haus. Bei uns gibt es keine Ausgangssperre, wir dürfen raus.
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Es ist spuky und doch Realität.
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Waldläufer und Kräuterfrau 15.03.2020

Ich mache mich auf in den Wald. Auf der Straße sind keine Menschen zu sehen und auf dem Waldweg begegne ich nur einer Joggerin. Am Waldrand sitzen 2 Männer mit Fahrrädern und gönnen sich ein selbst mitgebrachtes Bier. Wir halten alle Abstand zu einander wegen Corona.
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Auf meinem Weg zum Wald liegt eine Gaststätte. Mir fehlen die Worte, dort ist Halli Galli und alle Autos sind aus dem Landkreis Hannover, aus der Stadt. Die Gaststätte ist übervoll, als wenn es Corona nur in der Stadt gibt und nicht bei uns auf dem Dorf. Na gut muss jeder selbst wissen, die bleiben alle in der Gastwirtschaft und gehen nicht raus und feiern dort.
Ich gehe da nicht rein, nein.
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Ich muss an die besseren Herren in unserer Gesellschaft denken, die auf das Dorf in das Bordell fahren damit die Ehefrau in der Stadt nichts merkt. Bei vielen ist auf der Rückbank ein Kindersitz. Ich ekel mich vor solchen Männern, das ist meine persönliche Empfindung.
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Es gleicht einem Tanz auf dem Vulkan, was die Menschen aus der Stadt so treiben. Zu Hause erzähle ich es meinem Mann, der schüttelt nur mit dem Kopf.
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Zurück im Wald auf meinem einsamen Kräuterspaziergang. Es ist wunderschön, die Sonne scheint schön warm und die Vögel zwitschern tief im Wald. Ich fange an etwas Wildgemüse zu sammeln, denn frisches Gemüse stärkt die Abwehrkräfte die wir jetzt so dringend brauchen.
Was gibt es:
Bärlauch, junge Brennnesseln, Giersch und die Knospen der Brombeere. Ebenfalls gibt es sehr viel Efeu aus dem sich Seife herstellen lässt. Die Brombeerknospen esse ich gleich im Wald.
Für zu Hause nehme ich mir frischen Bärlauch mit……. hm, frischer Lauch mit Pfannkuchen (wir haben Mehl, Eier und Milch). Lecker uns geht es noch gut.
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Bis bald im Wald
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Corona Panik

Da gibt es nichts mehr zu sagen und zu schreiben.
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Bei uns in den Supbermärkten sind die Regale mit haltbaren Lebensmitteln schon wieder leer. Ich habe einen Verkäufer gefragt, wie oft der Supermarkt bei uns im Dorf beliefert wird. Lieferungen kommen 2 mal in der Woche. Es wird aber für die Supermärkte selbst schwierig ausreichende Waren zu bekommen. Klopapier gibt es seit 2 Wochen nicht mehr. Mehl, Reis und Nudeln sind seit einer Woche nicht mehr zu bekommen. Milch gab es heute auch nicht mehr.
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Das heißt:
Wer jetzt nichts zu essen im Haus hat, muß eine Woche hungern bis er wieder etwas bekommt. Wenn es kein Mehl gibt, dann gibt es auch bald kein Pizza bringdienst und kein Brot mehr.
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Alle müssel selbst kochen und selbst backen.
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Kati

Prepper 12.03. bis 13.03.2020 und Corona

Prepper 12.03.2020
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Das Leben wird wegen Corona extrem. Ob wir uns mit Corona (Covid-19) angesteckt haben, weiß niemand wirklich. Wir Deutschen haben Einreiseverbote in viele Länder. Es gibt ein mobiles Corona Einsatzkommando. Das ist ein Krankenwagen mit Schutzkleidung und Corona Tests.
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Es gibt keine Schutzkleidung und Atemmasken mehr zu kaufen. Mein Mann hat auch nur noch eine Atemmaske herum liegen. Die Waren in den Supermärkten bei uns auf dem Dorf werden knapper. Es gibt kein Klopapier mehr, keine Nudeln, keine Seife, kein Desinfektionsmittel, kein Reis und kein Mehl. Babywindeln und Frauenhygiene werden knapp.
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Prepper 13.03.2020
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Sehr früh am Morgen bekomme ich mit, das die Supermärkte bei uns um ca. 05:30 Uhr beliefert werden. Es gibt nur kurzzeitige Engpässe bei uns. Ab Montag den 16.03.2020 bis nach den regulären Osterferien sind in Deutschland alle Schulen, Kitas (Kindergärten und Kindertagesstätten), Sporthallen und Schwimmbäder geschlossen. 5 Wochen Corona Ferien. Einige Schulen bieten Fernunterricht über das Internet (Homeschooling) an. Für die Abschlussklassen ist das wichtig, damit die Kinder ihren Schulabschluss bekommen. Unser Chor macht auch Corona Ferien, nach Ostern werden wir uns wieder treffen. In die Kirche werde ich nicht gehen, als Waldläufer werde ich allein unterwegs sein und als Kräuterfrau gehe ich jetzt schon immer allein los. Beim Geocaching kann man sich treffen aber das werde ich auch vermeiden und mich mit den anderen Spielern nur im Internet treffen.
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Was bei der Arbeit passieren wird, kann noch niemand sagen. Wer sich krank fühlt soll unbedingt zu Hause bleiben, damit die Anderen nicht angesteckt werden. Wenn wir bei der Arbeit schließen müssen, dann müssen wir alle Urlaub oder Freizeitausgleich (Überstunden) nehmen oder uns freistellen lassen. Bei einer Freistellung läuft der Arbeitsvertrag weiter aber für den Zeitraum der Freistellung bekommt man keinen Lohn und muss selbst zu sehen wie man klar kommt (der Prepper ist hier klar im Vorteil). Lasst uns beten damit es nicht zu schlimm wird.
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Kati

Prepper 05.03.2020

Der Corona Virus (Covid-19) hat Niedersachsen erreicht. Laut Statistik sind es nur wenig Erkrankte. Da aber alle Arztpraxen überfüllt sind und einige Ärzte aus dem Grund keine Patienten mehr annehmen können, weiß aktuell niemand wie viele Menschen sich mit Corona angesteckt haben. Bei uns auf dem Land herrschte auch vorher schon Ärztemangel. Wer eine Erkältung oder einen Grippalen Infekt hat, soll zu Hause bleiben.
Wir sind auf unser Kräuterwissen angewiesen aber mit Corona kennt sich keiner so richtig aus. Das heißt, wir kennen kein Heilkraut gegen Corona.
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In den Supermärkten findet man leere Regale bei Hygieneartikeln (Frauenhygiene wird teilweise auch knapp). Es gibt kein Klopapier mehr. Leere Regale bei Nudeln, Reis, Dauerkonserven und Desinfektionsmitteln. Waschmittel wird ebenfalls knapp.
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Auf der Straße und auf den Spielplatz bei uns im Dorf sieht man keine spielenden Kinder mehr.
Morgens und Abends sieht man ein paar Menschen die unterwegs zur Schule oder zur Arbeit sind. Auf dem Dorf sieht es aus wie ein Lost Place. Bei uns ist aber kein Lost Place, die Leute bleiben in den Häusern und gehen nicht raus. Es sind keine Touristen unterwegs, was für das Weserbergland völlig ungewöhnlich ist. Die Alten bleiben auch zu Hause und gehen nicht im Dorf spazieren. Bei uns im Dorf habe ich heute nur eine Großmutter mit Enkelkind gesehen.
Es herrscht eine seltsame Stimmung.
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Einbrecher oder Plünderer haben keine Chance, denn in jedem Haus ist jemand der nicht raus geht. Auch mein Mann bleibt zu Hause. Wir sind kein Lost Place obwohl unser Dorf wie eine Geisterstadt wirkt.
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Bis bald im Wald