Waldläufer 16.11.2019

Nacht Cache. Das ist Geocaching im dunklen Wald. Es ist extrem anstrengend, da man nichts mehr im düsteren Wald sieht. Ausrutschen und mit Rucksack in den Dreck und Matsch fallen gehört einfach dazu. In Stadtnähe sind auch noch sehr viele Muggel am Abend unterwegs. Mit einem Smartphone kommt man hier auch nicht sehr weit. Das Ziel im Smartphone spring immer hin und her.
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Vor ein paar Wochen habe ich mir einen neuen Navi gekauft. Mein alter Garmin war schon 25 Jahre alt und defekt, ich hatte ihn damals für den Segelsport gekauft. Das neue Navi ist wieder in Garmin geworden. Garmin eTrex Touch 35. (Hat natürlich auch einen Marine Modus) Ich bin sehr überrascht wie genau dieser Garmin anzeigt. Sind mehrere Satelliten im inneren Radius der Anzeige, dann zeigt er auf den Punkt genau an. Ansonsten ist es wie bei dem alten Garmin, einfach warten bis neue Satelliten durch ziehen. Der neue Garmin läuft über GPS und Glonass. Glonass Satelliten sind russisch. Die Glonass Satelliten scheinen aber recht selten zu sein. Immer wenn ich das Gerät ein schalte habe ich GPS Empfang, mal sehen wenn ich den ersten Glonass Empfang habe. Das Gerät kann als Tracker genutzt werden. Das heißt, Putin geht mit Geocachen, wie interessant. Die heutige Navi Technik ist echt enorm.
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Bis bald im Wald

30.09.1998 / Wie war das bei uns. Die Grenzöffnung.

Vor 30 Jahren habe ich noch im Harz gelebt im Landkreis Osterode (heute Landkreis Göttingen) Niedersachsen. Ich war damals 23 Jahre alt und arbeitete im 30 Kilometer entfernten Göttingen. Die Zonen Grenze (so nannten wir den ehemaligen Grenzzaun zur DDR, weil es die Ostzone war) befand sich ca. 3 Kilometer hinter unserem Ort. Dort war Thüringen. In der Ostzone waren die Russen und bei uns im West Harz waren die Engländer.
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Mit den Engländern hatten wir Abends in den Kneipen oft viel Spaß, das war immer lustig. Selbst meine Oma, die nie Englisch in der Schule hatte, konnte etwas Englisch sprechen. Viele Schilder waren auf Deutsch und Englisch. Heute sind viele Schilder auf Deutsch und Esperanto. Esperanto verstehe ich ein wenig (Homeschooling). In meiner alten Schule gibt es jetzt Esperanto als Schulfach.
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Am späten Nachmittag nach der Arbeit ging ich wie immer zu meiner Mutter. Es war für uns ein Ritual nach der Arbeit eine Tasse Kaffee zusammen zu trinken. Wir saßen auf dem Sofa und 2 Nymphensittiche spielten mit den Stricknadeln meiner Mutter und ließen sich von uns kraulen. (Ich sitze gerade auch mit dem Laptop und einer Tasse Kaffee auf dem Sofa und 3 Zebrafinken fliegen hier herum). Wir schalteten den Fernseher ein um die neuesten Nachrichten zu schauen.
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Was war denn das? Was ging denn da ab? Der Vater kam herein und ich sagte: “Komm schnell und schau dir mit im Fernseher an was gerade in Duderstadt passiert, die machen den alten Grenzübergang auf! Wir müssen nach Duderstadt fahren, jetzt, sofort!“ Der Vater hatte kein Benzin mehr im Auto und so fuhren wir mit meinem klapprigen Polo Fox nach Duderstadt. Wir parkten vor der Stadt und gingen zu Fuß zur Grenze. Und dann ging die Grenze auf…………
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Ein Trabi nach dem Anderen kam rüber. Plötzlich hielt ein Trabi an, eine mollige Frau mit einer Sektflasche sprang heraus und knutschte mich ab. Wir lagen uns in den Armen, Knutschten und Tranken Sekt. Jeder mit jedem. Wir feierten mitten auf der Straße und tanzten gemeinsam. Die Kneipen in Duderstadt waren in dieser Nacht voll. Ein großes Fest wie Karneval aber ohne Verkleidung. Eine Blaskapelle kam spontan und spielte mitten auf der Straße.
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Ich trug damals eine Jeans und eine weiße Skijacke mit bunten Kringeln. Ich hatte lange braune glatte Haare bis zur Taille. Die Frau mit der ich knutschte trug einen dicken rosa Strickpulli, war etwas mollig, braune kurze Haare mit Dauerwelle.
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Ja, ich kann mich noch genau an diese Frau und an diesen Moment erinnern. Es war sehr emotional und bewegend. Wir haben beide geheult, gelacht, geknutscht und Sekt getrunken.
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Ich weiß nicht wie die Frau hieß, es ging alles so schnell. Ich habe sie nie wieder gesehen…………