Waldläufer 29.10.2016

Heute ist das Wetter schön und es hat endlich aufgehört zu regnen. Ich muss einfach raus. Auf zum Pilze suchen. Viele von euch möchten jetzt wissen was man mitnimmt, wenn man den ganzen Tag im Wald unterwegs ist. Das Wetter kann um diese Jahreszeit schnell umschlagen und es sind nur 10 Grad Celsius.

Ein kleiner Rucksack reicht. Was ist denn da drin?

Regenponcho, dicker Pullover, Paketschnur, Kompass + Karte, Taschentücher, Isomatte, Brille, Kamera, Feuerzeug, dickes Messer, Buff, Brotdose mit Stullen, Wärmekanne mit Tee, girl survival set (siehe unter meinem Blog Bio-Unterricht), 2 Stoffbeutel für Pilze und Kräuter.

Meine Tour geht nun 5 Stunden durch den Ith Wald. Im Geiste stelle ich mir eine große Krause-Glucke vor, Steinpilze, Maronen und Pfifferlinge. Und auf einer Kuhwiese einen ganzen Beutel voll Wiesen-Champignons zu finden wäre auch super. Leider war der Wald voll mit Knollenblätterpilzen und auf der Kuhwiese fand ich nur 2 Champignons. Gut das ich eine Brotdose mit Stullen dabei hatte. Auf andere essbare Pflanzen und Insekten hatte ich jetzt keine Lust, es war aber genug da. Verhungert wäre ich im Notfall nicht. Ich fotografiere die Pilze, denn das ist ja auch eine schöne Ausbeute. Bis bald im Wald, eure Kati.

So viel Regen und viele Pilze

Gut das ich einen Lagerplatz im Wald habe und eine Felsengrotte ist auch da. So kann ich Pilze und Kräuter suchen und es mir zwischendurch gemütlich machen.

Was ist im Rucksack:

Isomatte, Tarp, Regenponcho, ein zusätzlicher dicker Pullover, Wolldecke, Wärmekanne mit heißem Tee, etwas leckeres zu Essen, ein Messer.

Getrockneter Zunderschwamm, Hobokocher (Blechdose mit Luftlöchern), Edelstahlbecher, Feuerzeug, Brennglas.

Mehrere Stoffbeutel für Pilze und Kräuter.

Pilgern, ich komme nicht los, da ich in 2 Chören singe und dadurch viel in Kirchen unterwegs bin. Der Rucksack steht aber schon gepackt in der Ecke 🙂

Bis bald im Wald

Eure Kati

 

Waschen mit Kastanien, wie geht das?

Für eine Waschmaschinenladung benötigen wir 3 Rosskastanien, kaltes Wasser, und wer mag 3 Tropfen ätherisches Öl (ist aber nicht unbedingt nötig). 2 Gefäße, 1 Tuch und einen Stein. Das ist alles.

Die Kastanien in das Tuch tun und mit dem Stein breit klopfen, bis die Kastanien ganz klein sind. Alles in ein Gefäß tun und mit kaltem Wasser bedecken (ca.250 ml). Umrühren, dies kann mit einem Stöckchen oder Finger sein und 1 Stunde stehen lassen. Nun lösen sich aus den Kastanien die Saponine. Saponine sind pflanzliche Seifensubstanzen. Nach einer Stunde noch einmal gut umrühren. Nun durch das Tuch in das zweite Gefäß schütten und die Reste im Tuch gut ausdrücken. Die flüssige Seife ist nun fertig. Sie riecht ganz leicht nussig. Ich habe mich erst einmal selbst damit gewaschen, es ist sehr angenehm und reinigt sehr gut. Für einen anderen Geruch kommen nun noch 3 Tropfen ätherisches Öl in die Seife.

Jetzt kommt alles zusammen mit der Wäsche in die Waschmaschine. Selbstgemachte flüssige Seife. Juchhu 🙂 es funktioniert. Mit dieser Seife kann man sich natürlich auch die Haare waschen und duschen. Alles pur aus der Natur und umweltfreundlich. Im Kriesenfall, falls es nichts mehr geben sollte, haben wir auf diese Weise immer Seife. Wir brauchen nie schmutzig rum laufen, das ist doch super.

Bis bald im Wald. Eure Kati.

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PS: Mein Vater findet es echt cool, das man flüssige Seife aus Kastanien machen kann. Er hat mir einen ganzen Sack Kastanien mit einem Fleischwolf durchgedreht. Die durchgedrehten Kastanien liegen nun auf einem großen Backblech in der Küche zum trocknen. Seife für den Winter 🙂

Update 27.10.2016

Efeu enthält ebenfalls Saponine und kann zum waschen verwendet werden. Die Blätter kleinschneiden und heißes Wasser darüber gießen. Mindestens eine Stunde zeihen lassen, besser noch länger. Danach alles durch ein Teesieb gießen. Fertig ist die flüssige Seife. Trocknen der Efeublätter für den Winter lohnt sich nicht, da diese Blätter bei uns in Norddeutschland immer verfügbar sind. Efeu enthält nur wenig Pflanzenöle, somit ist diese Seife zum entfetten gut.

Wanderung ohne Rucksack 03.10.2016

Der Sommer war heiß, mit sehr viel Hitze und Sonne. So war ich die meiste Zeit im Schwimmbad und auch mit meinem Mann am Steinhuder Meer baden und chillen. Um als Pilger oder Waldläufer unterwegs zu sein, war es mir einfach zu warm, bei Hitze macht mir das keinen Spaß. Deshalb habe ich die letzte Zeit nichts geschrieben. Heute ist das Wetter kühler und ich mach mich auf den Weg, aber nur zu einem kleinen Spaziergang. Zum Spazierengehen nimmt man eigentlich keinen Rucksack mit Klamotten mit, also raus aus dem Dorf und ab in die Feldmark. Als ich hinter den letzten Häusern vom Dorf bin denke ich: „ Warum nicht eine kleine Wanderung starten.“ Ich habe Laufschuhe an und damit geht es ja. So könnte ich auch gleich testen ob man ohne alles zurecht kommt. Ok, das Wetter ist gut und es regnet nicht. Im Extremfall hat man den Rucksack verloren oder musste ihn absichtlich zurück lassen, da man ohne schneller unterwegs ist. Ein bisschen Survivaltraining kann ja nicht schaden. Ich habe heute gefrühstückt aber noch kein Mittag gegessen und es ist schon 14 Uhr. Ich habe keine Wasserflasche dabei, (bin hinter dem Dorf und könnte in 15 Minuten zu Hause sein). Zuerst brauche in ein paar Taschentücher und am Feldrand wachsen auch junge wilde Ahorn Bäume die dort von den Bauern gelegentlich abgemäht werden. Ich pflücke mir ein paar große Blätter als Taschentücher und stecke sie in meine Jackentasche. Langsam bekomme ich Hunger, wo finde ich jetzt in der Feldmark etwas zu essen. In der Feldmark gibt es Wacholderdrosseln und diese Vögel sind immer auf Nahrungssuche. Ich beobachte die Flugrichtung der Wacholderdrosseln und folge ihnen. Ich komme an einem Feldweg mit vielen Büschen an. Die dichten Büsche bieten den Vögeln Schutz, hier haben sie ihre Nester. Solche Feldgehölze sind auch wichtig für das Rehwild. Nabu, Bauern und Jäger achten darauf das die Feldgehölze nicht entfernt werden. Ich folge den Wacholderdrosseln, weiter durch die Feldmark. Da stehen sie, 2 große Mehlbeerbäume am Feldrand. Voller Beeren und in den Baumkronen ca. 20 Wacholderdrosseln und einige Rotkehlchen. Die Vögel fressen die Beeren. Wir Menschen beachten diese Bäume meistens nicht und es wird uns auch gesagt das diese Beeren giftig sind. Das kann ja nun nicht stimmen, da sich hier Wacholderdrosseln und Rotkehlchen satt fressen. Den Vögeln geht es gut. Ich pflücke mir ein paar Beeren um erst einmal zu testen wie sie schmecken. Sie sind leicht süßlich und mehlig. Ich verhalte mich ruhig und speise mit den Vögeln. Als Nachtisch gibt es die letzten Brombeeren und Schlehen. Für unterwegs finde ich noch Hagebutten zum knabbern. Es ist kaum zu glauben, ich bin satt geworden. Langsam bekomme ich Durst. In der Nähe befinden sich 2 Quellen. Eine Schwefelquelle und eine normale Quelle. Die Schwefelquelle ist hübsch mit Steinen eingefasst, das Wasser ist trinkbar aber stinkt. Die normale Quelle ist umzäunt, damit sie nicht verschmutzt wird, das Quellwasser wird in einem Wasserspeicher gesammelt und versorgt das Nachbardorf mit Trinkwasser. Eine Wasserleitung führt zu einer Schutzhütte mit Feuerstelle. Hier kann ich erst einmal meinen Durst stillen. Auf Früchte und Beeren sollte man eigentlich nichts trinken, da dies zu Durchfall führen kann. Wenn man aber Durst hat, reicht die Flüssigkeit in den Früchten nicht aus. Ich halte den Kopf unter den Wasserhahn und trinke, ohne diesen zu berühren. Warum soll man beim Trinken den Wasserhahn nicht berühren? Weil viele Leute diesen Wasserhahn aufdrehen und anfassen. Ein Außenwasserhahn wird nur vom Regen gereinigt, den macht niemand sauber. Berührt man ihn beim Trinken, können Baktrien vom Vorgänger übertragen werden. Das kann zu Durchfall führen. Also Kopf drunter und beim Trinken nicht berühren. Auf dem Rückweg wandere ich durch den Wald. Die ersten Pilze sprießen aus dem Boden, leider ist diese Sorte nicht essbar. Als ich zurück im Dorf bin ist es bereits dunkel. Es wurde eine Wanderung von 5 Stunden und ein schöner Tag. Bis bald im Wald. Eure Kati.