Pilgertagebuch 17.09.2015

17.09.2015
Auf dem Sigwardsweg von Nendorf (Stolzenau) bis Buchholz an der Weser. Einen Tag Zeit und ich bin endlich wieder auf dem Pilgerweg unterwegs. Der Pilgerweg führt erst durch die Spargelfelder, ab dem Johannistag wird dieser nicht mehr gestochen und darf dann auswachsen, damit es im nächsten Jahr frische Spargeltriebe gibt. Der Spargel ist jetzt über 1,90 Meter hoch, grün und holzig. Sehr beeindruckend, essen kann man den jetzt nicht mehr. Es ist sehr einsam in den Spargelfeldern, keine Menschen, nichts. Ein paar Bauernhöfe, die wie ausgestorben da liegen. Überall sind Hofhunde und Gänse die aufpassen und melden, dann sieht man mal eine Gardine am Fenster wackeln. Auf den Weiden sind Schafe, Kühe und viele Pferde. Ich kann auch noch 3 Mäusebussarde beobachten. Mit den Windrädern machen die Bussarde Flugspiele. In dieser Einsamkeit bleibt mir nichts anderes übrig als zu beten, ich bin im Nichts. Dann schalte ich beim Laufen ab und bin mit meinem Geist irgendwo anders (so wie in einer anderen Welt). Gelegentlich muss ich auf Karte und Kompass schauen, da der Pilgerweg sonst nicht zu finden ist. Nun bin ich in der Weseraue auf dem alten XW Fernwanderweg. Für Pilger ist dies auch ein Stück vom Jakobsweg, da er dann bei Höxter von der Weser nach Köln führt. Im Kölner Dom, sind dann die Knochen der 3 Weisen aus dem Morgenland (auch als heilige 3 Könige bezeichnet, Kaspar, Melchor, Baltasar). Sie brachten dem Jesuskind Weihrauch, Gold und Myrre als Geburtstagsgeschenk. Sie erkannten das Jesus der Messiah ist und befolgten nicht den Befehl von Herodes ihn umzubringen. Ich muss an die Flüchtlinge aus Syrien und die IS denken. Oh Gott, da wiederholt sich Geschichte und es ist in der Bibel nach zu lesen. Weiter geht es bis nach Buchholz an der Weser. Die Kirche ist nach Johannes dem Täufer benannt. Oh Mann, Johannes wurde geköpft. Nur weil die Tochter von Herodes sich den Kopf von Johannes als Geburtstagsgeschenk gewünscht hat. Oh Gott, was rollt da gerade mit dem Syrienkrieg auf uns zu. Ich mag es nicht aussprechen, mir fällt das Schlucken schwer, aber wer die Bibel liest kann es sich denken. Lieber Gott, hilf den Flüchtlingen und auch uns. Amen. Die Kirche ist offen und durch die bunten Glasfenster wird das Jesus Fresko, hinter dem Altar, sehr schön beleuchtet. Hier fühlt man sich total behütet und geborgen. Vor der Kirche ist ein Brunnen und es sind 2 Bänke da. Hier kann man als Pilger gut rasten. Dann mach ich mich auf den Rückweg. Die Gegend kommt mir jetzt noch einsamer vor.
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Friede sei mit euch allen. Schalom.

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